Presseartikel zur Jahreshauptversammlung am 27.3.2025
NABU freut sich über viele neue Aktive
Über eine außergewöhnlich hohe Besucherzahl freuten sich die Aktiven des NABU Schwetzingen und Umgebung. Bei ihrer Jahreshauptversammlung am 27.3.2025 im Gemeindehaus der Evangelischen Gemeinde Oftersheim waren viele neue Gesichter zu sehen. Viele von ihnen haben sich im zurückliegenden Jahr bei den zahlreichen Landschaftspflegeeinsätzen und bei der Krötenrettung am Amphibienzaun längs der Ketscher Landstraße engagiert.
Frank Nürnberg, Sprecher im dreiköpfigen Vorstandsteam führte durch die Versammlung.
Die Zahl der Mitglieder des Vereins ist mit 776 leicht angewachsen. Sie verteilt sich auf die Gemeinden Brühl, Ketsch, Oftersheim, Plankstadt und Schwetzingen.
Kassenwart Jürgen Hauschild präsentierte einen ausgeglichenen Haushalt mit hohen Ausgaben, aber auch hohen Einnahmen.
Die beiden angehenden Wildnispädagogen Robin und Ludney Gregotsch leiten die Kindergruppe. Sie stellen in einer eigenen kleinen Präsentation ihr pädagogisches Konzept vor. Die Kindergruppe trifft sich einmal monatlich bei der NABU Hütte im Hirschackerwald. Mit aktuell 25 Kindern können aktuell keine neuen Kinder mehr aufgenommen werden. Erfreulicherweise haben sich auch Eltern gefunden, die mit helfen. „Wir freuen uns über die erfolgreiche Kindergruppe und bedanken uns ganz herzlich bei den sehr engagierten Mitarbeitern, die sie aufgebaut haben“: sagt Frank Nürnberg.
Die Rückschau über das zurückliegende Jahr zeigt die Vielfalt der Aktivitäten. Öffentliche Führungen im NSG Hirschacker und Fledermausführungen im Schwetzinger Schlossgarten, Monitoring von Vögeln und Fledermäusen, Baumkontrollen, zwei Vorträge im Schwetzinger Palais Hirsch über naturnahes Gärtnern.
Die Gemeinde Plankstadt wurde bei ihrer Bewerbung für „Natur nah dran“ beraten. Die NABU Gruppe freut sich, dass Plankstadt den Zuschlag bekommen hat! Die Gemeinde bekommt nun fachliche und finanzielle Unterstützung zur naturnahen Bepflanzung ihrer öffentlichen Grünflächen.
Wie jedes Jahr gab es zahlreiche Arbeitseinsätze zur Nistkastenpflege und Neuaufhängung im Hirschacker NSG, Friedhof und Schlossgarten Schwetzingen. Neophytenbekämpfung, Mäharbeiten und Heckenschnitt.
Zusätzlich schulterte der Verein im Frühjahr diesen Jahres ein großes Projekt zur Abmagerung seines Gartengrundstücks in der Oftersheimer Kleingartenanlage im Sand auf den Kohlwald. Hier sollen seltene Pflanzen und Tiere Lebensraum bekommen, die an die extrem nährstoffarmen und trockenen Sandböden der Dünen angepasst sind. Eine Premiere war die Aufstellung und Betreuung eines Amphibienzaun längs der Ketscher Landstrasse. Dort und am Schlossgartenweg wurden 1900 Erdkröten vor dem Straßentod bewahrt. Beide Projekte wären ohne den Einsatz von zahlreichen Helfern und Helferinnen nicht möglich gewesen. Frank Nürnberg dankt allen Aktiven ganz herzlich für ihren großen Einsatz.
Im Ausblick für 2025 und das Frühjahr 2026 hat der Verein mehrere Projekte im Blick.
Das Abmagerungsprojekt auf dem Oftersheimer Gartengrundstück soll vollendet und weiter gepflegt werden.
Die Pflege eines wertvollen geschützten Biotops am Rande des NSG Hirschacker über dem ICE Tunnel. Hier drohen die seltenen Pflanzen von Gestrüpp überwuchert zu werden.
Die Spilgerkiesgrube, das einzige Naturdenkmal der Stadt Schwetzingen ist in einem sehr schlechten Zustand. Das kleine Gewässer an der Grenze zur Ketscher Gemarkung hat einen großen Wert in der immer trockener werdenden Landschaft. Pflegemaßnahmen könnten hier wieder einen Lebensraum für seltene Amphibien schaffen. Die NABU Gruppe würde das gerne in Zusammenarbeit mit der Stadt in Angriff nehmen.
Im Frühjahr 2026 soll wieder ein Amphibienzaun gestellt werde, eventuell auch erweitert. Es wird in diesem Jahr ein Nachtreffen für alle HelferInnen geben, bei dem eventuell auch ein Arbeitskreis Amphibienwanderung gegründet werden kann.
Zu allen angesprochenen Themen gibt es vielfältige Wortmeldungen und Diskussionen.
Unter [email protected] können sich alle die gerne mitmachen wollen, gerne in den E-Mail Verteiler der NABU Gruppe eintragen lassen und werden dann über Aktivitäten informiert.

Datum: Montag, den 19.3.2018
Uhrzeit: 20:15 – 21:05
Ort: Evangelisches Gemeindehaus Oftersheim
Teilnehmer: siehe Teilnehmer-Liste
Sitzungsleitung: Christine Neumann-Schwab
Protokollant: Frank Nürnberg
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorstandes (bebildeter Jahresrückblick), des
Kassenwartes und der Kassenprüfer
2. Entlastung des Vorstandes und Neuwahlen
3. Verschiedenes
Die Mitgliederversammlung wurde ordnungsgemäß am 5.1.2018 durch Versand der
schriftlichen Einladung unter Bekanntgabe der obigen Tagesordnung einberufen.
Die damit einberufene Mitgliederversammlung ist beschlussfähig.
Top 1a: Bericht des Vorstandes
Die Vorsitzende Christine Neumann-Schwab gab mit zahlreichen eindrucksvollen Bildern einen Jahresrückblick über Arbeitseinsätze und Exkursionen. Dazu zählen die Arbeitseinsätze im Naturschutzgebiet Hirschacker, Nachtexkursionen im Schwetzinger Schlossgarten, Exkursionen in den Oftersheimer Dünen, Pflegeeinsätze auf den Nabu Grundstücken, Kontrolle und Reinigung der Fledermaus-und Vogel-Nistkästen im Schlossgarten. Um die streng geschützte Wechselkröte (Bufotes viridis) zu schützen übernahm die NABU-Gruppe erstmalig in 2017 die aufwändige Algenreinigung in den vier Puttenbrunnen des Schlossgartens. Dazu kommt immer häufiger die Beteiligung an artenschutzrechtlichen Gutachten bei den vielen Bau-Projekten in der Region. Durch die vom Landesverband angestoßene Werbeaktion kamen 329 Neumitglieder zum Verein. Diejenigen, die sich für eine aktive Teilnahme an Aktionen ausgesprochen hatten, wurden zu einem Neumitglieder-Empfang am 29.1.2018 eingeladen. Die Resonanz zu dem Neumitgliederempfang war gut und bereits bei den ersten Aktionen im Jahr 2018 beteiligten sich zahlreich neue Mitglieder.
Top 1b: Bericht des Kassenwartes
Der Kassenwart Jürgen Hausschild berichtet über den
Kassenstand zum Jahresbeginn, zugeflossene Geldmittel und Ausgaben während des Jahres.
Top 1c: Bericht der Kassenprüfer
Frau Dr. Erichsen und Frau Gutsmuths haben am 22.2.2018 die Kasse und die Buchführung geprüft. Sie stellten keine Widersprüche und Abweichungen von einer ordnungsgemäßen Buchführung fest.
Top 2: Entlastung des Vorstandes und Neuwahlen
Armin Jendrysik vom NABU-Rhein-Neckar-Odenwald übernimmt bis zur Wahl eines neuen Vorstandes die Sitzungsleitung und stellt nach dem Bericht der Kassenprüferinnen den Antrag auf Entlastung des Vorstandes. Diesem wird mit 7 Ja- Stimmen und 4 Enthaltungen der Betroffenen zugestimmt. Der Vorstand ist damit entlastet.
Zur Vorbereitung der Neuwahlen berichtet Christine Neumann-Schwab über ein zukünftiges Sprecher-Modell mit einem auf 5 Personen erweiterten gleichberechtigten Vorstand. Sie greift die vielfältigen Aufgaben des zurückliegenden Jahres und die erwarteten weiteren umfänglichen Aufgaben auf. In zwei
vorbereitenden Sitzungen wurde das neue Organigramm erarbeitet und im Folgenden vorgestellt.

Das in Abbildung 1 gezeigte Sprecher-Modell wird unterstützt durch weitere Arbeitsgruppen,
die in der folgenden Abbildung bezeichnet sind.

Nach kurzer Diskussion stellt Armin Jendrysik die Frage nach weiteren Kandidaten für den zukünftigen Vorstand und ob eine personenweise Abstimmung gewünscht wird. Beides wird verneint. Der zukünftige Vorstand wird einstimmig ohne Enthaltungen gewählt. Alle neuen Vorstandsmitglieder nehmen die Wahl an. Armin Jendrysik dankt der dem NABU Schwetzingen & Umgebung im Namen des NABUVerbandes Rhein-Neckar-Odenwald und übergibt die Sitzungsleitung wieder an Christine Neumann-Schwab. Diese dankt Armin Jendrysik für seine Unterstützung. Für das kommende Geschäftsjahr werden als Kassenprüferinnen wieder Frau Dr. Uta Erichsen und Frau Gutsmuths mit 10 Ja-Stimmen und einer Enthaltung der Betroffenen gewählt. Frau Erichsen nimmt die Wahl an. Von Frau Gutsmuths liegt ihre mündliche Zustimmung für den Fall der Wahl vor.
Der Top 2 wird um 21:05 beendet.
Top 3: Verschiedenes
Jürgen Hausschild, der ebenfalls zahlreiche Fledermaus-Exkursionen durchführt, stellt den Antrag auf Anschaffung eines zweiten Bat-Detektors. Nach kurzer Diskussion erfolgt die Abstimmung darüber. Mit 8 Ja-Stimmen und 3 Enthaltungen wird diese Anschaffung befürwortet.
Es wird darauf hingewiesen, die vorhandenen soliden Rücklagen nicht zu hoch anwachsen zu lassen und weitere Exkursions-geeignete Hilfsmittel anzuschaffen. Cindy Weidner übernimmt die Recherche nach geeigneten Spektiven.
Sitzungsende: 21:30
Schwetzingen, den 20.3.2018
Das zurückliegende Jahr stand für uns im Zeichen der Umgestaltung des
Naturschutzgebiets Hirschacker. Ziel : Die sehr seltenen Binnendünen des Gebiets wieder freizulegen und langfristig zu erhalten.
Im Frühjahr ist das Gebiet an die NABU Stiftung übertragen worden.
Im Rahmen des Projekts Lebensader Oberrhein, das vom Bundesministerium für Umwelt, den Umweltministerien der Länder und vom NABU getragen wird, hatten schon vorher die Umgestaltungsmaßnahmen begonnen.
Als kleinster Akteur im Zusammenspiel der verschiedenen Projektbeteiligten haben wir die Maßnahmen mit Öffentlichkeitsarbeit und praktischer Mithilfe unterstützt.
Der NABU Bezirksverband mäht und entbuscht das Gebiet mit seinem Pflegetrupp schon seit vielen Jahren. Durch die Auflichtungsmaßnahmen ist der Arbeitsaufwand natürlich angewachsen. Bei den öffentlichen Arbeitseinsätzen haben unsere Aktiven zahlreich mit angepackt. Auch viele Mitglieder der umliegenden Ortsgruppen und Helfer aus der Bevölkerung waren dabei.
Im Februar hielt Andre Baumann (zu diesem Zeitpunkt noch NABU Landesvorsitzender) für uns einen Diavortrag im Palais Hirsch. In seiner bekannt anschaulichen und fachlich versierten Weise zeigte er den geschichtlichen Veränderungsprozess und die aktuellen Naturschutzmaßnahmen auf. Der Vortrag war sehr gut besucht, auch von Vertretern der Stadt und der politischen Parteien und bekam ein positives Presseecho.
Im Herbst führte Kathrin Fritsch für unser Jahresprogramm durch das Gebiet. Die Projektkoordinatorin von Lebensader Oberrhein erklärte direkt vor Ort den Fortschritt und Sinn der Maßnahmen. Auch hier freuten wir uns über einen guten Besuch und ein positives Presseecho.
Ganz besonders dankbar sind wir, dass schon im vergangenen Jahr Frank Nürnberg sich bereit erklärt hatte das Ehrenamt des Naturschutzwarts für das NSG Hirschacker zu übernehmen. Nachdem er die Ausbildung hierfür abgeschlossen hatte, hat er sich mit großem Engagement in den Planungsprozess mit den Naturschutzbehörden eingebracht und auch sehr viel praktische Arbeit in das Projekt gesteckt. Von der Neophytenbekämpfung bis zur Schrottentsorgung. Zu seinen Aufgaben gehört es auch die Spaziergänger und Radfahrer im Gebiet für den Naturschutz zu gewinnen und auf die Einhaltung der Naturschutzgesetze hinzuweisen. Auch zwei Projektbotschafter von Lebensader Oberrhein sind mit diesem Anliegen im Gebiet unterwegs.
Fotos: Christine Neumann-Schwab
Viele Hundebesitzer und Mountainbiker zeigten sich dabei einsichtig, es gab aber auch verbale Attacken, persönliche Beleidigungen, Uneinsichtigkeit und Anfeindungen in Leserbriefen. Wir haben als Ortsgruppe hierzu Stellung genommen, es gab aber erfreulicherweise auch Leserbriefe, die sich voll und ganz hinter das Naturschutzanliegen gestellt haben.
Unser Ziel wird es auch weiter sein, Wertschätzung für den kostbaren und sehr seltenen Lebensraum der Binnendünen zu vermitteln.
In diesem Zusammenhang haben wir, bei der Jahreshauptversammlung nicht versäumt uns bei Manfred Pauli zu bedanken.20 Jahre hat er das Ehrenamt des Naturschutzwarts für den Hirschacker innegehabt, bevor er das Amt an Frank Nürnberg übergeben konnte. Seit 25 Jahren ist er aktiv in der Ortsgruppe. Danke Manfred! Als kleines Zeichen haben wir ihm eine Ehrennadel verliehen.
Weitere Aktivitäten des zurückliegenden Jahres:
Naturdenkmal Spilgerkiesgrube:
Das einzige Naturdenkmal auf Schwetzinger Gemarkung, eine ehemalige Kiesgrube war in einem erbärmlichen Zustand. Es wurde als wilde Müllkippe benutzt und durch den überall beschädigten Zaun fanden Unbefugte Zutritt. In Zusammenarbeit mit der Stadt (die für Naturdenkmale zuständig ist) konnten wir erreichen, dass der Besitzer den Müll entfernt und den Zaun repariert.
Nistkastenrevier Schwetzinger Schlossgarten:
Im zurückliegenden und auch fortlaufend im neuen Jahr wurde das ohnehin große Nistkastenrevier im Schlossgarten von Jürgen Hauschild erneuert und aufgestockt. Zahlreiche neue Vogelnistkästen und Fledermauskästen wurden von ihm gehängt. Darunter auch Kästen aus einer Schenkung.
Bestandsaufnahme der Fledermausarten und Quartiere in unserem Gebiet.
Schon seit vielen Jahren kümmern wir uns um die Fledermausbestände in unserem Gebiet und betreiben intensive Öffentlichkeitsarbeit. Die Ausleihe eines Fledermausdetektors bei der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz ermöglichte im vergangenen Jahr ein intensives Monitoring der vorkommenden Fledermausarten. Auch neue Fledermausquartiere wurden von und gefunden oder aus der Bevölkerung gemeldet und konnten einer Art zugeordnet werden. Da diese Bestandsaufnahme so aufwändig ist gibt es hier noch große Wissenslücken, die wir angefangen haben zu füllen.